Ein Tag zum Vergessen

Eigentlich ging es ganz gut los.

Ein Serientermin in meinem Kalender heißt „Telekom EnBW“. Seit fast einem Monat telefoniere ich immer wieder abwechselnd mit EnBW und der Telekom. Grund: EnBW liegt der Telekom-Auftrag zur Ausführung der Anschlussarbeiten noch nicht vor. Die Telekom behauptet seit Wochen, dass sie die Unterlagen an die EnBW geschickt hätten, die EnBW hat nichts vorliegen. Hin und Her. Heute endlich: Der Aufrag liegt vor – wenn der Stromanschluss hergestellt wird, wird auch direkt das Telekom-Kabel mit verlegt. JUHU.

Keine Stunde später klingelt das Telefon – die Gemeinde ruft an. Am Wochenende hätte es ein schweres Unwetter gegeben und unsere Baugrube ist mit Schlamm vollgelaufen. In der Mittagspause bin ich dann sofort Richtung Bauplatz aufgebrochen. Unser Grundstück liegt am obersten Rand der Gemeinde. Als ich auf dem Weg dorthin durch den tiefer gelegenen Ortskern gefahren bin, hat mich der Schlag getroffen. Alle Straßen völlig verdreckt vom schlammhaltigen Regenwasser, welches sich hier wohl am Wochenende den Weg des geringsten Widerstands gesucht hat. Mir wurde richtig flau im Magen. Der Straße bergauf folgend wurde es eher schlimmer als besser. Oben angekommen, konnte ich immerhin schon erkennen, dass unser Grundstück nicht die Quelle des Übels war und überspült worden ist. Der Schlamm stammt von einer noch etwas höher gelegenen Ackerfläche. Von dort aus ist der Dreck durch unser Baugebiet bis nach unten ins Zentrum gelaufen. Und ein Teil davon auch in unsere Baugrube. Schöne Sauerei!

Wie man sieht, ist es nicht ganz so schlimm wie die Frau von der Gemeinde es geschildert hat. Aber dennoch haben wir auf der Hälfte der Schotterfläche nun eine Schlammschicht. Was das für den Schotter bedeutet kann ich noch nicht sagen. Ob dieser teilweise ausgetauscht werden muss? Unser Tiefbauer schaut es sich an und meldet sich spätestens morgen früh.

Das Unglück kam zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt: Übermorgen kommt der Vermesser für die Höhenkontrolle und die Feinabsteckung! Dem Schnurgerüst scheint nichts passiert zu sein. Aber so kann sicher nicht die Höhe kontrolliert werden. Also: Schnell den Vermesser angerufen. Grundsätzlich sieht er keine größeren Probleme. Zumindest für die Feinabsteckung nicht. Für die Höhenkontrolle werden 9 Punkte verteilt über die Grundfläche gemessen. Ein 3×3-Raster.  Zur Not fahre ich morgen Abend noch mal mit der Schaufel bewaffnet hin und lege an den entsprechenden Stellen den Schotter wieder frei.. Aber warten wir erst mal die Einschätzung des Tiefbauers ab.

Erst als ich wieder ins Auto gestiegen bin um zurück zur Arbeit zu fahren habe ich realisiert, dass unser Dixi heute geliefert wurde. Das hat mir dann den Rest gegeben: Es steht nämlich nicht dort, wo ich es gut erkennbar auf einer Skizze kenntlich gemacht habe, sondern auf dem Grundstück des Nachbarn. Besser gesagt genau auf seinen Versorgungsleitungen, an die er Mitte der Woche ran muss. Perfekt! Also: Noch mal telefonieren: O-Ton: „Haben Sie denn keine Möglichkeit es selbst zu versetzen?“ Da ist mir in meiner prächtigen Laune wirklich der Kragen geplatzt: „Wenn Ihr Fahrer zu dumm ist einen einfachen Plan zu lesen, sehe ich nicht ein, warum ich nun dafür sorgen muss, dass das Klo an die dafür vorgesehene Stelle kommt. Sorgen Sie dafür, dass das Ding da verschwindet! Schnell!“ Man meldet sich Morgen früh.

Grube_5.JPG

Edit: Entwarnung vom Tiefbauer. Die Tragfähigkeit hat keinesfalls gelitten. Natürlich hat sich der Schlamm nun in die Zwischenräume gesetzt, aber das ist nicht weiter tragisch. Denn unsere Schotterschicht hat nicht die Aufgabe das Wasser abzutransportieren sondern lediglich zu Tragen. Schwein gehabt.

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2 Gedanken zu “Ein Tag zum Vergessen

  1. martinundjule Mai 15, 2017 / 6:28 pm

    Ohje, hoffentlich gibt es das keine weiteren Probleme und es kommen keine Zusatzkosten auf euch zu. Wir drücken die Daumen

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    • blogbautagebuch Mai 15, 2017 / 8:42 pm

      Hey, danke für die Anteilnahme 😉
      So wie es aussieht, sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Tragfähigkeit des Unterbaus hat laut Tiefbauer nicht gelitten. Der Schlamm muss aber natürlich trotzdem weg. Mal sehen, wie wir das lösen.

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