Finanzierung

Ein ganz entscheidender Baustein ist natürlich die Finanzierung. Die meisten der Bauherren werden sich mit diesem Thema auseinandersetzen müssen – denn die wenigsten werden die komplette Summe für ein Bauvorhaben in ihrem Sparschwein haben.

Eine Finanzierung ist ähnlich wie die Planung des Hauses ein iterativer Prozess. Wir haben auf Grundlage unserer ersten Kostenhochrechnung Kontakt mit verschiedenen Banken und Finanzdienstleistern aufgenommen, um einmal ein Gespür für den Markt, die Finanzierungsmodelle und die Konditionen zu erhalten. Grundsätzlich ist es genau so wie bei der Auswahl des Hausherstellers. Man hat oft das Gefühl ein Produkt ‚angedreht‘ zu bekommen, welches weniger dem Kunden als vielmehr der Bank oder dem Vermittler ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Empfehlenswert ist, sich in aller Ruhe noch einmal zu Hause mit den Angeboten auseinander zu setzen.

Auch wenn es banal klingt: Der erste Schritt sollte eine realistische und vollständige Auflistung der Haushaltskasse sein. Wir beispielsweise haben uns die Kontoumsätze der vergangenen 2 Jahre angesehen und die Ausgaben/Einnahmen gegenübergestellt. Denn die Frage „Welche monatliche Raten haben Sie sich denn vorgestellt?“ ist eine der ersten Fragen, die es zu beantworten gilt bei der Finanzierungsberatung. Und diese Summe sollte kein Circa-Wert sein. Schönrechnen? Mit Geld rechnen, welches man vielleicht irgendwann einmal erbt? Wahrscheinlich ist das der erste Weg sein Haus in naher Zukunft auf einem der Zwangsversteigerungsportale wiederzufinden.

Hier einige ‚Regeln‘ und Gedankenanstöße:

  • Bleibt ehrlich! (Vor allem zu euch selbst!)
  • Es gibt solche und solche Monate. Als Grundlage besser von einem finanziell schwierigeren Monat ausgehen. Oder diese Zeiten zumindest einkalkulieren.
  • Ist Nachwuchs geplant? Das könnte finanzielle Einschnitte bedeuten sowie Mehraufwände (Kita, Tagesmutter, neues Auto, ..)
  • Als Hauseigentümer müssen Rücklagen geschaffen werden für eventuelle Defekte und Schäden.
  • Die monatliche Warmmiete kann nicht als Grundlage dienen. Die Warmmiete beinhaltet Posten, die als Eigenheimbesitzer zusätzlich zur Rate gezahlt werden müssen.
  • Möglicherweise steht euch (durch Arbeitgeberwechsel, Wegfall von Ausgaben) in Zukunft mehr zur Verfügung. Diese möglichen Veränderungen besser nicht in die zukünftige Rate einrechen! Besser ist sich die Möglichkeit der Sondertilgung einräumen zu lassen. Sollte o.g. Fall nicht eintreten, gibt es keinen Stress mit der Bank und alles läuft weiter nach Plan. Tritt er tatsächlich ein: Dann kann die Rückzahlung durch jährliche Sondertilgung enorm verkürzt werden.
  • Vergleichen, vergleichen, vergleichen. Die Unterschiede können enorm sein.  Termine vereinbaren und man hat schnell eine Handvoll verschiedener Angebote vorliegen.
  • Eine vergleichbare Basis schaffen: Viele Banken rechnen euch tolle Dinge vor. Ratsam ist zumindest eine ‚Musterfinanzierung‘ von allen Anbietern vorliegen zu haben. Eine 10-Jahres Zinsbindung bei einer Laufzeit von 20 Jahren und ein Volltilger-Darlehen über den selben Zeitraum lassen sicht nicht miteinander vergleichen!

Nachtrag:

Nachdem wir lange gepokert haben was die Zinsen betrifft und schlussendlich der Kreditantrag unterschrieben war, wollten wir eigentlich nicht weiter die Zinsentwicklung verfolgen. Aber heute hat es sich im Gespräch mit einem Kollegen doch ergeben..

Fazit: Offensichtlich haben wir Ende September 2016 (gezwungenermaßen) einen sehr guten Zeitpunkt erwischt:

zinsentwicklung

(Quelle: http://www.interhyp.de/zins-charts/ | Zinsentwicklung für 20Jahre Zinsbindung)

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