Lessons learned

Während des gesamten Vorhabens gibt es immer wieder Dinge, die man sicherlich hätte anders machen können. Oder besser. Oder einfacher. Oder es gibt Dinge, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Oder Dinge, welche nicht besser hätten laufen können (zufälligerweise). Genau solche Dinge möchten wir hier fest halten.

 

 

Vorbereitendes
  • Ein Grundstück zu finden ist aktuell nicht die leichteste Aufgabe . Hat man jedoch etwas vermeintlich passendes gefunden, sollte man sich dennoch die Frage stellen, ob es denn zu dem geplanten Bauvorhaben passt. Besser ist es natürlich, wenn man das Haus optimal an die Gegebenheiten des Grundstücks anpasst. Bei uns hat die Hanglage super zu dem halbseitig freiliegenden Keller mit Einliegerwohnung gepasst. Ein ebenes Grundstück hätte hier enorm Mehrkosten verursacht. Oder die Einliegerwohnung wäre ein dunkles Kellerloch geworden. Glück gehabt.
  • Beim Verkaufs/Planungsgespräch ist es ratsam sich ALLE eventuell möglichen Extras mit einberechnen zu lassen. ALLES. Auch wenn man weiß, dass man diese Extras vielleicht erst in einigen Jahren oder in Eigenleistung umsetzt (oder möglicherweise auch gar nicht). Zum einen hat man so einen guten Überblick über die Gesamtkosten, zum anderen wird die Bank mit dieser Auflistung weiterarbeiten. Einen eventuell zu hoch angesetzten Kredit nicht voll auszuschöpfen ist wesentlich einfacher als später mit der Bank um eine Nachfinanzierung zu verhandeln.
  • Die Bank möchte natürlich eine Auflistung der geplanten Kosten für das gesamte Projekt haben. Haltet diese Auflistung so generisch und wenig detailliert wie möglich! Wir haben die Kosten sehr detailliert aufgeschlüsselt und müssen nun jedes mal, wenn ein Posten teurer als geschätzt ausfällt, der Bank erklären warum das so ist. Werden Posten günstiger, fragt komischerweise keiner nach 🙂 Eine Detail-Auflistung zu haben ist unerlässlich – aber haltet sie fern von den Sachbearbeitern der Bank! Listet also besser Sammelpunkte wie „Gestaltung Außenanlagen“ oder „Ausbau Dachgeschoss“ auf anstatt die Kosten einzeln zu beziffern. Statt „Ausbau Keller zur Einliegerwohnung“ haben wir nämlich den Fehler gemacht, alles bis auf die kleinste Schraube herunter zu brechen. Das kostet uns nun mehr Nerven als notwendig..
Allgemeines
  •  Als Bauherr mach Ihr euch unbeliebt. Das ist Fakt. Und macht Ihr euch nicht unbeliebt, wird euer Bauvorhaben mit 100%iger Sicherheit nicht in der erhofften Qualität oder im erhofften Zeitrahmen fertiggestellt. Das widerstrebte uns auch am Anfang. Haltet euch vor Augen: Sobald Ihr euren Willen habt, hört ihr von den meisten Leuten nie wieder etwas. Und daran anknüpfend direkt der nachste Punkt:
  • Nachhaken. Immer. Überall. Oft. So oft, dass Euer Gegenüber lieber eure Angelegenheit vorantreibt als Gefahr zu laufen, dass Ihr in den nächsten 3 Tagen noch 5 mal anruft. Wartet nicht, bis das Verstreichen einer Frist näher rückt sondern lasst euch über den aktuellen Stand informieren. Beispiel: In der Regel kann der Telekom-Anschluss direkt vom Energieversorger mit verlegt werden. Voraussetzung: Dem Energieversorger liegen die Unterlagen der Telekom vor. Wir haben bei der Telekom die Auskunft bekommen, dass die Daten weiter gegeben wurden. Dem Versorger lagen Sie aber nicht vor, wie sich durch konsequentes Nachhaken bei allen beteiligten Stellen herausstellte. Hätten wir nicht nachgebohrt, müssten wir im schlimmsten Fall den Graben noch einmal ausheben müssen..
  • Im Bauantrag sollte bestenfalls auch schon die Gartengestaltung berücksichtigt werden. Unser Architekt hat uns jedenfalls nicht darauf hingewiesen, dass das Aufschütten von Gelände genehmigungspflichtig ist. Fazit: Wenn wir unseren Garten nun so gestalten wollen wie wir es uns wünschen, müssen wir einen Änderungsantrag beim Bauamt stellen. Inklusive ewiger Bearbeitungszeit und natürlich verbunden mit zusätzlichen Kosten.
Keller
  • Investiert das Geld und lasst euch die Unterputzdosen und Leerohre vom Kellerbauer direkt in die Wände eingießen! Ein nachträgliches Setzen der Dosen und Klopfen der Schlitze in Stahlbeton ist gemessen am Werkzeugverschleiß und der Zeit, die man investiert keine günstigere Alternative.
  • Wir haben die Leerrohre des Kellers dierekt auf der Roh-Decke verbunden und ebenfalls mit eingießen lassen. So kommen die Kabel für die Lampen direkt aus der Decke. Daher ist es nicht nötig die Decken im Keller abzuhängen bzw. einen Schlitz für die Zuleitungen der Lampen in die Decke zu stemmen. Spart unglaublich viel Arbeit bzw. man verliert keine Raumhöhe. So können die Decken direkt gestrichen/tapeziert werden.
  • Thema Wanddurchbrüche: Diese wiederum lasst ihr besser von einem Fachunternehmen machen! Glatthaar hat uns über 400,00 EUR berechnet, um ein Futterrohr für die Mehrsparte in der Außenwand einzugießen. Ein nachträgliches Kernloch hätte uns (ohne Anfahrt) ca. 50,00 EUR gekostet.
  • Wer einen Keller hat, hat auch Wasser in selbigem. Wärmstens zu empfehlen: Ein Nass-Trocken-Sauger. Wer das Wasser einmal mit dem Kehrblech aus dem Keller geschaufelt hat, der wird sich einen solchen Sauger wünschen.
Hausmontage
  • Wer seine Nachbarn noch nicht kennt: Veranstaltet ein Richtfest! Die Nachbarschaft war begeistert – und wir waren es auch. Wirklich eine nette Gelegenheit seine Nachbarn kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen. Und ich glaube: Beliebt macht man sich auch 🙂
  • Verpflegung des Montagetrupps. Stellt 2 Kisten Wasser und 2 Kisten Cola/Limo bereit. Sicherlich kein must-have. Aber wenn Ihr Sonderwünsche habt, könnte die Verpflegung durchaus auschlaggebend für die Entscheidung des Trupps sein. Über ein paar belegte Brötchen oder Würstchen vom Grill hat sich auch keiner beschwert. Hält die Motivation oben. Und im besten Fall auch das Qualitätsbewusstsein.
  • Satelliten-Halterung: Wer auf Satelliten-Fernsehen setzt: Besorgt zeitig eine entsprechende Halterung (Sparrenhalter mit Mast). Diesen kann der Trupp ohne großen Mehraufwand direkt an der gewünschten Stelle montieren. Zumindest, wenn der vorher genannte Punkt beachtet wurde.
Hausanschlüsse
  • Ich kann natürlich nur für unseren Versorger (EnBW bzw. Netze BW) sprechen, aber lasst die Tiefbauarbeiten NICHT von eurem Erdbauer machen, sondern beauftragt den Stromversorger damit! Würde ich den Versorgungsgraben bauseits machen, würde mir Netze BW stolze 9 EUR/m gutschreiben. Mein Graben wird etwa 8m lang werden. Die Gutschrift beliefe sich also auf satte 72 EUR. Für 72 EUR steht mein Tiefbauer morgens nicht mal aus dem Bett auf 😉
Noppenbahn
  • Beim Anbringen der Noppenbahn sind uns die Nägel ausgegangen. Damit wir die Folie dennoch an der Wand, bzw. an der Perimeterdämmung fixieren konnten, haben wir kurzerhand auf Schrauben zurück gegriffen. GANZ DUMME IDEE! Beim Verdichten kann so die Folie nicht abgleiten! Die Schrauben bieten zuviel Widerstand. So haben wir uns an manschen Stellen die Dämmung von der Kellerwand gerissen. An den genagelten Bereichen tritt dieses Problem nicht auf. Eigentlich ganz logisch. Hinterher..
Ausbau
  • Hilfslattung: Ich selbst habe es an manchen Stellen vergessen und musste es daher nachträglich und aufwändig nachholen. Die Hilfslattung ist überall dort notwendig, wo kein Balken zum Verschrauben der Unterkonstruktion vorhanden ist. Beispielsweise an den langen Balkenfeldern an den Außenwänden oder aber, wenn eine Innenwand zwischen zwei Deckenbalken steht. Nehmt euch vorher die Zeit und macht euch Gedanken. Gern eine ganze Stunde. Es lohnt sich!
  • Technikraum: Im Eifer des Gefechts habe ich gar nicht so weit gedacht, aber es macht das Leben ungeheuer viel einfacher, wenn man den Technikraum fertig verspachtelt und geschiffen hat, BEVOR die Lüftungsanlage etc. vom Sanitärer eingebaut wird. Nachträglich an den unzähligen Rohren vorbeizuarbeiten ist mehr als beschwehrlich.
  • Deckendurchbrüche zum Keller: Die Durchbrüche werden vom Kellerbauer mit Styrodurplatten o.Ä. hergestellt. Nach dem Gießen können die Styrodurklötze entfernt werden und man hat eine saubere Öffnung. Lasst die Finger davon! 1. Ist das Entfernen der Blöcke eine bescheidene Arbeit, 2. entfernen die entsprechenden Unternehmen nicht den kompletten Block, sondern bohren nur, wo es notwendig ist und 3. ist es möglich, dass einige Durchbrüche gar nicht verwendet werden (ihr müsstet das Loch dann wieder verschließen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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